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  Ein medienpraktisches Projekt Jugendlicher
 
 
 
  Turbulent ging es zu in dem „Landesausstellung“ genannten Zelt auf dem Hessentag 2004 in Heppenheim, als all die Gruppen, die seit Beginn des Jahres an unterschiedlichsten Projekten zum Thema Europa gearbeitet hatten, ihre Ergebnisse präsentierten. Eingebunden in einen Europa-Schwerpunkt des Bildungszentrums BürgerMedien waren Schulen und die außerschulische Jugendbildungsarbeit an allen Standorten von Offenen Kanälen und Nichtkommerziellen Lokalradios in Hessen dazu aufgerufen, rund um das Thema „Europa und seine Vielfalt“ mitzumischen.

Anlässlich der Erweiterung der Europäischen Union um zehn neue Mitgliedsstaaten am 1. Mai und der Wahlen zum Europaparlament am 13. Juni bot sich der vom 18. bis zum 27. Juni dauernde Hessentag als Präsentationsbühne für die Projekte der Jugendlichen schon allein deshalb an, weil dort alle europäischen Partnerregionen Hessens ebenfalls vertreten waren und in der „Landesausstellung“ erfahrungsgemäß bis hin zu Bundes- und Europaangelegenheiten Politiker aller Couleur in großer Zahl präsent sind.

Als sich die Projektinitiatoren (Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk, Hessische Landeszentrale für politische Bildung und Bildungszentrum BürgerMedien) im Januar 2004 erstmals mit den interessierten Vertretern von Schulen und Jugendbildung zusammensetzten, hatte die Arbeit an sechs Standorten bereits konkret begonnen: Eine 11. Klasse der Integrierten Gesamtschule in Wolfhagen hatte sich vorgenommen, den „Europabürger in Wolfhagen“ zu thematisieren. In Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk im Landkreis Kassel und dem Freien Radio Kassel sollte auf lokaler Ebene ein inhaltliches, lokalpolitisches Projekt durchgesetzt werden, um Erfolg oder Mißerfolg später mit EU-Parlamentariern in Brüssel zu diskutieren. Eine radiobegeisterte Schülergruppe des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Eschwege plante, am Tag der Europawahl in Brüssel zu sein, dort vielerlei Interviews zu führen und zu dokumentieren. In Zusammenarbeit mit dem Jugendbildungswerk im Werra-Meißner-Kreis und dem Nichtkommerziellen Lokalradio RundFunk Meißner wurde dieses Projektvorhaben durchgeführt und – wie in Kassel auch – in einer Reihe von Radiosendungen veröffentlicht.

In Fulda kooperierten der Offene Kanal, das Jugendbildungswerk, die Frauenbeauftragte der Stadt, das Amt für kirchliche Dienste/Bereich Frauenarbeit und das Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit mit Sitz in Wiesbaden. Mit dieser vielfältigen Unterstützung arbeitete eine Mädchengruppe der Waldorfschule Loheland zum Thema „Europa im Alltag von Frauen“, und eine Frauengruppe führte Interviews zu verschiedensten Themen mit weiblichen Europaabgeordneten. Zwei Schulklassen einer Marburger Hauptschule dokumentierten in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal Gießen und dem Jugendbildungswerk Marburg eine Fahrt nach Brüssel, befragten Einwohner von Marburg zum Thema, produzierten einen Film „Wo spüren Sie Europa?“ und erarbeiteten eine höchst informative Lern-CD zu Europa. In Offenbach wagte man sich an ein Live-Projekt: Betreut von der „Medienetage“ im Jugendamt der Stadt und dem Offenen Kanal reiste eine gemischte Jugendgruppe mit dem „OK-Mobil“ genannten Produktionswagen in Heppenheim an, um in der Landesausstellung eine mit mehreren Politikern besetzte Diskussionsrunde zu veranstalten, mit in Offenbach vorproduzierten Beiträgen zu untermalen und das Ganze aufzuzeichnen. Und schließlich dokumentierten in Kassel Schülerinnen und Schüler eines Oberstufengymnasiums ein internationales Jugendmusikfestival, das im Rahmen eines Comenius-Projekts an der Schule stattfand. Die Interviews der Schülergruppe mit den jungen Musikern aus Belgien, Finnland, Italien, Spanien und Deutschland machten den Filmbeitrag auch für nicht an Musik Interessierte richtig interessant.

Dass alle mitmischenden Projektgruppen mitsamt ihrer Betreuer nicht nur ihre Arbeitsergebnisse, sondern auch die Art der Präsentation auf dem Hessentag „ganz toll“, „echt super“ und „einfach klasse“ fanden, wie in Zeitungsberichten nachzulesen ist, beweist ihr Interesse, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein, wenn es hessenweit heißt „Wir mischen mit!“

Übrigens: Die Fuldaer Mädchengruppe gewann am 13. November 2004 mit ihrer Filmarbeit „Europa im Alltag der Frauen“ den Sonderpreis der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, der nun zum zweiten Mal Bestandteil des Bürgermedienpreises der LPR Hessen war.